
Fachrichtung Bau und Renovation
Steinmetz/innen der Fachrichtung Bau und Renovation bearbeiten und verarbeiten Naturstein. Daraus stellen sie Bauteile wie Gesimse, Bogen und Pfeiler für alte oder neue Gebäude her. Daneben führen sie auch Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten an bestehenden Gebäuden aus. Sie ergänzen Ornamente an Stadthäusern und Kathedralen oder rekonstruieren historische Gebäudeteile.
Steinmetz/innen mit Fachrichtung Bau und Renovation bearbeiten und verarbeiten Naturstein. Daraus stellen sie Bauteile für alte und neue Gebäude wie Gesimse, Bogen und Pfeiler her. Ihre Produkte werden im Hoch- und Tiefbau, im Innenausbau sowie in der Landschaftsgestaltung verwendet. Auf der Baustelle passen sie die gefertigten Bauteile dem Bauwerk an.
Die Arbeit beginnt in der Werkstatt mit dem Erstellen einer Werkzeichnung und, falls erforderlich, einer Schablone. Als Vorlage dient die selbst angefertigte Mass-Skizze, welche durch Punktieren oder Strichzeichnen auf den Stein übertragen werden. Erst dann folgt die eigentliche Handwerksarbeit: das Bearbeiten der verschiedenen Flächen (Bossieren, Spitzen, Zahnen), das Hauen von Profilen sowie das Anlegen von einfachen Ornamenten.
Die Wahl des Steins und der Bearbeitungsmethode erfordert gute Werkstoffkenntnisse. Steinmetz/innen kennen die verschiedenen Steinarten, deren Qualität und Eigenschaften.
Renovationsarbeiten an alten Steinbauten sind neben der Fertigung von Natursteinprodukten ein weiteres Aufgabengebiet. Steinmetz/innen mit Fachrichtung Bau und Industrie restaurieren Ornamente und Profile an Fassaden von Kirchen und Kathedralen und rekonstruieren historische Gebäudeteile. Diese Arbeiten verrichten sie meist auf Baugerüsten.
Für die körperlich anstrengende Arbeit stehen in der Werkstatt zahlreiche technische Einrichtungen zur Verfügung. Die Hauptwerkzeuge für das Handwerk sind aber immer noch Hammer und Meissel. Daneben werden Spitzei-, Zahn- und Schlageisen eingesetzt. Für die Instandstellung dieser Werkzeuge, die sich rasch abnützen, sind die Handwerker selber verantwortlich. Regelmässig schmieden, schärfen und härten sie die Handwerkzeuge.
Grundlage
Eidg. Verordnung vom 5. 6. 2020
Dauer
4 Jahre
Bildung in beruflicher Praxis / In einem Betrieb der Natursteinverarbeitung/- Sanierung
Schulische Bildung / Unterricht in Blockwochen an einer Berufsfachschule
Berufsbezogene Fächer
Arbeitstechnik, Werkzeuge, Maschinen, Werkstoffe, Technisches Zeichnen, Entwerfen, Gestalten, Dokumentation.
Überbetriebliche Kurse
Praktisches Erlernen und Üben beruflicher Grundlagen
Berufsmatura
Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden.
Abschluss
Eidg. Fähigkeitszeugnis «Steinmetz/in EFZ»
Fachrichtung Bau und Renovation
Vorbildung
- Obligatorische Schule mit mittleren oder hohen Anforderungen abgeschlossen
Anforderungen
- Handwerkliches Geschick
- Praktisches Verständnis
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Ästhetisches Empfinden
- Kräftige Konstitution
- Gesunder Rücken und gesunde Atmungsorgane
- Schwindelfreiheit
- Geduld und Ausdauer

